Ratgeber

Mönchsfrucht, Stevia und Erythrit im Vergleich

Drei Alternativen zum Haushaltszucker, drei sehr unterschiedliche Eigenschaften. Was dahintersteckt und worauf es beim Lesen der Zutatenliste ankommt.

Die Kurzantwort

Was ist der Unterschied zwischen Mönchsfrucht und Stevia?

Mönchsfrucht und Stevia sind beide pflanzliche Alternativen zum Haushaltszucker, unterscheiden sich aber deutlich im Geschmack. Stevia hat bei vielen Menschen einen bitteren oder lakritzartigen Nachgeschmack, Mönchsfrucht schmeckt fruchtig und mild, ohne diesen Nachgeschmack. Beide enthalten keine Zuckeralkohole.

Was im Handel als Stevia verkauft wird, ist meist kein getrocknetes Blatt, sondern ein isolierter Extrakt: Steviosid oder Rebaudiosid A werden chemisch aus der Stevia-Pflanze herausgelöst. Diese Isolate sind sehr intensiv süß, tragen aber häufig den charakteristischen Beigeschmack in sich, der viele Menschen stört.

Mönchsfrucht (botanisch Siraitia grosvenorii) süßt über Mogroside, natürlich vorkommende Bestandteile der Frucht. Ein konzentrierter Mönchsfrucht-Aufguss entsteht durch Kochen der Frucht, ohne chemische Isolierung einzelner Moleküle.

Was ist der Unterschied zwischen Mönchsfrucht und Erythrit?

Erythrit ist ein Zuckeralkohol, der industriell durch Fermentation von Glukose hergestellt wird. Beim Auflösen im Mund entsteht ein kühlender Effekt. Mönchsfrucht ist kein Zuckeralkohol und erzeugt dieses kühlende Mundgefühl nicht.

Erythrit kommt in geringen Mengen auch natürlich in Früchten vor, das im Handel erhältliche Erythrit stammt aber fast immer aus industrieller Fermentation. Bei größeren Mengen berichten manche Menschen von einer empfindlichen Verdauung, wenn auch seltener als bei anderen Zuckeralkoholen wie Xylit.

Herkunft der Süße

Woher kommt die Süße bei allen dreien?

Alle drei süßen ohne Haushaltszucker, aber auf komplett unterschiedlichen Wegen: isolierter Pflanzenextrakt, industrielle Fermentation oder ein einfacher Fruchtaufguss.

Stevia
Isolierter Extrakt (Steviosid, Rebaudiosid A) aus der Stevia-Pflanze. Häufig bitterer oder lakritzartiger Nachgeschmack. Kein Zuckeralkohol.
Erythrit
Zuckeralkohol aus industrieller Fermentation von Glukose. Kühlender Effekt beim Auflösen im Mund. Gut zum Backen, weil er Volumen bringt.
Mönchsfrucht
Konzentrierter Aufguss aus der Frucht (Siraitia grosvenorii). Süße aus Mogrosiden, fruchtig und mild. Kein Zuckeralkohol, kein Kühleffekt.

Geschmack

Schmeckt Mönchsfrucht bitter?

Nein. Mönchsfrucht schmeckt fruchtig und mild, ohne den bitteren oder lakritzartigen Nachgeschmack, den viele Menschen bei Stevia wahrnehmen. Die Süße entfaltet sich leicht verzögert, direkt nach dem Zutropfen schmeckt ein Getränk deshalb noch nicht so süß wie nach 15 bis 20 Sekunden.

Was ist am natürlichsten: Mönchsfrucht, Stevia oder Erythrit?

Alle drei stammen ursprünglich aus der Natur, werden aber unterschiedlich verarbeitet. Stevia-Extrakte werden chemisch aus dem Blatt isoliert. Erythrit entsteht durch industrielle Fermentation. Ein konzentrierter Mönchsfrucht-Aufguss entsteht durch Kochen der Frucht, ohne chemische Isolierung. Was tatsächlich in der Flasche ist, steht am Ende immer auf der Zutatenliste, unabhängig davon, wie „natürlich“ ein Produkt beworben wird.

Mehr zur Herkunft und Verarbeitung der Frucht liest du auf der Seite Was ist Mönchsfrucht.

Zutatenliste

Warum sind die meisten Produkte Mischungen?

Ein Blick auf die Zutatenliste flüssiger Süßungsprodukte im Regal lohnt sich: die meisten enthalten mehr als eine Zutat. Stevia-Produkte werden oft mit Erythrit kombiniert, weil das den bitteren Nachgeschmack abmildert. Mönchsfrucht-Produkte werden häufig mit Wasser gestreckt, manchmal steht Wasser sogar als erste Zutat auf der Liste.

Das ist keine Täuschung, sondern Produktentwicklung nach Kosten und Geschmack. Wer aber eine einzige, klar benennbare Zutat möchte, muss die Rückseite lesen.

Monkura: konzentrierter Mönchsfrucht-AufgussKeine weiteren ZutatenKein Wasserzusatz

Anwendung

Welches ist besser zum Backen?

Für Kuchenteig eignet sich Erythrit oft besser, weil es wie Zucker Volumen im Teig bringt. Mönchsfrucht-Tropfen süßen zuverlässig, ersetzen aber kein Zuckervolumen, sie werden zusätzlich zum Rezept dosiert.

Faustregel für Monkura: 15 bis 20 Tropfen pro Kuchenform, den Teig vor dem Backen kurz abschmecken und bei Bedarf nachdosieren. Stevia ist beim Backen sparsamer zu dosieren als beim Trinken, weil Wärme den Nachgeschmack verstärken kann.

Stevia
Sehr intensiv, sparsam dosieren. Beigeschmack kann beim Backen stärker auffallen. Zutatenliste prüfen, ob pur oder gestreckt.
Erythrit
Gut zum Backen, weil es Volumen bringt. Kühleffekt bei Keksen oder Pralinen teils spürbar.
Mönchsfrucht-Tropfen
Ideal im Getränk, im Kuchenteig zusätzlich zum Rezept dosieren. 15 bis 20 Tropfen pro Kuchenform als Richtwert.

Rezeptideen mit Mönchsfrucht-Tropfen findest du unter Rezepte. Die genaue Dosierung für Kaffee, Joghurt und mehr erklären wir in unserem Dosierungsguide.

Kann man Mönchsfrucht, Stevia und Erythrit kombinieren?

Ja, das ist möglich und in vielen Produkten üblich. Viele Hersteller kombinieren mehrere Süßungsoptionen, um den Nachgeschmack von Stevia abzumildern oder die Textur von Erythrit zu nutzen. Wer nur eine einzige Zutat möchte, ohne Mischung, findet das bei reinen Mönchsfrucht-Produkten wie Monkura.

Monkura

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Konzentrierter Mönchsfrucht-Aufguss, eine einzige Zutat. 50 ml, ca. 170 Portionen, 18,90 €. Trag dich ein, wir melden uns, sobald es losgeht.

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